
Berlin Evangelisches Geriatriezentrum Pflegestation
Neues Musterzimmer mit HCL-System
Projektumfang
Patientenzimmer, Normalpflege
Eckdaten
Horizontale Medizinische Versorgungseinheiten: S700 Lichtlösungen: Schyns Biologic Health LightFotografie Evangelisches Geriatrie Zentrum
Krankenhaus und Patientenzimmer stehen nicht sehr oft für Gemütlichkeit. Gerade im Wahlleistungsbereich gibt es genaue Vorstellungen darüber, wie das moderne Patientenzimmer aussehen sollte. Das führt oft dazu, dass sich Innenarchitekten dazu entschließen, nicht auf Produkte zurückzugreifen, die es bereits seitens Medizinprodukte-Herstellern von der Stange gibt. Aber genau hier liegt die Gefahr. Bei der Planung sollte beachtet werden, dass es sich letzten Endes um ein Medizinprodukt handeln sollte, das nach sehr strengen Richtlinien geprüft worden ist. Im Falle des neuen Musterzimmers des Evangelischen Geriatrie-Zentrums Berlin gab es zu Beginn die Idee, eine Schreinerlösung als Vorwandsystem zu entwickeln. Dies hätte jedoch zu einigen sehr aufwendigen, vorgeschriebenen Tests und auch zu Problemen geführt.
Projekteinblicke

Feine Linien: Als horizontale Medizinische Versorgungseinheit kam die Schyns S700 zum Einsatz. Sie lässt sich in jede Patientenraumgestaltung harmonisch integrieren – in geradlinige Neubauten ebenso wie in stilvolle Altbauten. Ein weiteres Augenmerk wurde auf das Licht gelegt. Hier kam das neue Biologic Health Lighting System von Schyns zum Einsatz.

In einigen Gesprächen konnten wir den Kunden davon überzeugen, nicht alles neu zu entwickeln, sondern einen Mix aus individueller Lösung und Standardprodukten einzusetzen. Der Raum hat großen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Genesung des Patienten. Die Produkte schaffen Räume der Ruhe. Ebenso verschmelzen sie mit der Architektur zu einer Einheit, einem integrativen Raumkonzept, welches das Krankenzimmer visuell beruhigt – bei maximaler Funktionalität und Ergonomie für Patienten sowie das Personal.
Das Licht definiert den Raum, macht ihn erlebbar. Raum und Licht sind untrennbar verbunden. Dabei wirkt Licht nicht nur visuell, sondern auch emotional und biologisch: Human Centric Lighting (HCL) unterstützt die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit des Menschen. Die US-Forscher Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash and Michael W. Young entschlüsselten seit den 1980er Jahren, welche Mechanismen die zirkadianen Rhythmen steuern. 2017 erhielten sie den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Im Laufe eines Tages verändern sich Intensität und Spektrum (und somit auch die Farbtemperatur) des natürlichen Lichts kontinuierlich. Vitalisiert die Mittagssonne mit ihrem belebenden Blauton, so beruhigt die Abendsonne durch eine angenehm warme rötliche Färbung. Für den Menschen, sein Wohlbefinden und alle damit verbundenen biologischen Prozesse ist das natürliche Tageslicht die maßgebende Referenz.
Licht wirkt auf mehreren Ebenen: Licht wirkt visuell, emotional und biologisch. Wird HCL eingesetzt, verbessert sich in vielen Punkten die Lichtqualität im Raum. Schon heute werden HCL-Anlagen in Pflegeeinrichtungen eingesetzt. Gerade in punkto Helligkeit wurden keine Abstriche gemacht. Besonders stark reagieren die melanopsinhaltigen Fotorezeptoren im menschlichen Auge auf blaues Licht. Die natürliche Trübung der alternden Augen ist jedoch ein Prozess, der den melanopischen Effekt reduziert. Daher gibt es nur zwei Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken: heller zu werden und kältere Lichtfarben anzufahren. All dies wird im HCL-System von Schyns perfekt vereint. Auch die Pflegekräfte profitieren von dem neuen System, da es eine spezielle Untersuchungsbeleuchtung mit einem COI (Cyanosis Observation Index) von 1,7 und einem CRI von 97 aufweist. Diese erleichtern die Sehaufgabe am Patienten. Klassische HCL-Systeme basieren auf einer 2 LED-Chip Technologie mit 2.500 K und 6.500 K Lichtfarbe. Um hier eine unerwünschte melanopische Wirkung in den Abendstunden zu vermeiden, müsste bei einem solchen System die Beleuchtungsstärke reduziert werden. Dies wäre jedoch in Bezug auf Sturzpräventionen kontraproduktiv. Hier spielt das Schyns 3-Kanal HCL-System seine Trümpfe aus. Es deckt einen Temperaturbereich von 1.800 K bis 16.000 K ab, wobei jeder Farbkanal (rot, grün und blau) einzeln angesteuert werden und zusätzlich auch die Beleuchtungsstärke aufrechterhalten werden kann. Somit ist es folglich auch möglich, keine unerwünschte melanopische Wirkung zu erzielen, d. h. der Blauanteil kann reduziert bzw. isoliert werden. Dies ist besonders für die Melatonin-Produktion vor dem Zubettgehen wichtig.
Auch auf Energieeffizienz bzw. Nachhaltigkeit wurde bei dem Konzept geachtet. Durch das breite Lichtfarbspektrum muss man deutlich weniger Energie aufbringen, um eine gute melanopische Wirksamkeit zu erzielen. Das spart Ressourcen bzw. Energie, was gerade in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen zu den teuren laufenden Kosten zählt. Die altersbedingte Makula-Degeneration (AMD) zählt zu den häufigsten Augenkrankheiten, die mit fortschreitendem Alter die Sehkraft zunehmend verschlechtert. Auch auf diesem Gebiet wird derzeit geforscht. Das Schyns HCL-System kann jederzeit dahingehend modifiziert werden, dass die „richtige" Lichtfarbe zum Einsatz kommen kann. Manchmal nehmen Menschen die Helligkeit aufgrund der hohen Lichtleistung als zu intensiv wahr. Um hier bei der Besichtigung das Sehen im Alter erlebbar zu machen, wurde eine sogenannte Simulationsbrille von Age Suite eingesetzt. Im Anschluss waren sich alle einig, dass "zu hell" immer im Auge des Betrachters liegt. Um das Licht angenehm an der Decke zu verteilen, hat man sich dazu entschieden, das Licht auch im eigens entwickelten TV-Board zu integrieren. Der Patient hat zudem die Möglichkeit, über den Schwesternruf eine spezielle Fernsehbeleuchtung einzuschalten. Ein weiterer Benefit ist die spezielle Nachtbeleuchtung, die den Patienten nicht stört. Auch in Sachen Installation wurde darauf geachtet, dass es nicht zu viele Schnittstellen gibt. Die HCL-Steuerung ist im Werk schon fertig verbaut und programmiert. Somit muss nach der Installation keine zeitaufwendige und kostspielige Programmierung vorgenommen werden.
In diesem Projekt kam zum Einsatz …
S700
Als horizontale Medizinische Versorgungseinheit lässt sich die Schyns S 700 in jede Patientenraumgestaltung harmonisch integrieren - in geradlinige Neubauten ebenso wie in stilvolle Altbauten.

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